Advance Care Planning in der Psychiatrie

Forschungsgruppe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Ein Ansatz, um für einen psychiatrischen Krisenfall Vorsorge zu treffen und um auch im Falle fehlender Einwilligungsfähigkeit Patient*innenautonomie zu realisieren, ist psychiatrisches Advance Care Planning. Darunter versteht man die Vorausplanung zukünftiger psychiatrischer Interventionen, unterstützt durch Beratung von Patient*innen und Angehörigen sowie durch unterschiedliche Dialog-fördernde Instrumente mit denen gesundheitliche Vorausplanung dokumentiert und realisiert werden kann (psychiatrische Patientenverfügungen, Behandlungsvereinbarungen, Krisenpässe, Vorsorgevollmachten, Forschungsvorausverfügungen u.a.).

Übergeordnete Ziele

Ziel unserer Forschungsgruppe ist die Erforschung der Möglichkeiten des psychiatrischen Advance Care Plannings inkl. seiner klinischen Implementierung und der Realisierung einer damit verbundenen Begleitforschung. Unsere Forschungsgruppe beschäftigt sich weiterhin mit den Effekten aufsuchender und telemedizinischer fachärztlich psychiatrischer Versorgungsangebote, z.B. für Bewohner*innen von Senioren- und Pflegeheimen sowie mit der Evaluation eines externen psychiatrischen Konsiliardienstes für dementielle Erkrankungen für Krankenhäuser der Regelversorgung inkl. eines Fortbildungsangebots. Neben Fragestellungen zur Medikation und zu Effekten der zugehenden Behandlung werden auch hier medizinethisch-rechtliche Fragestellungen z.B. zur Einwilligungsfähigkeit und zum Advance Care Planning bearbeitet. Ein weiteres , drittmittelgefördertes Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Beratung im Rahmen von prädiktiver Demenzdiagnostik und Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung.

Die wichtigsten Ziele unserer Forschungsgruppe:

  • Evaluation der Möglichkeiten der Vorausplanung zukünftiger psychiatrischer Behandlungen (Advance Care Planning) inklusive der unterschiedlichen unterstützenden Instrumente (psychiatrische Patientenverfügungen, Behandlungsvereinbarungen, Krisenpässe, Vorsorgevollmachten, Forschungsvorausverfügungen u.a.) und der Realisierbarkeit eines umfassenden psychiatrischen Advance Care Planning Konzepts
  • Evaluation zugehender psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgungsangebote für Bewohner/innen von Senioren- und Pflegeheimen im Hinblick auf Medikation, Lebensqualität und rechtlichen Fragestellungen
  • Evaluation externer konsiliarpsychiatrischer Versorgung von Demenz- und Delirpatienten/innen und von Fortbildungsangeboten an Versorgungskrankenhäusern
  • Entwicklung von Beratungsangeboten im Rahmen von Demenzprädiktion und Alzheimer-Frühdiagnostik

Ausgewählte aktuelle Projekte

  • „Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie – Selbstbestimmung von Menschen mit psychischen Erkrankungen stärken“
  • „Gut beraten – Neue multimodale und standardisierte Beratungsmodelle für Menschen im Frühstadium einer Alzheimer-Erkrankung bzw. im Rahmen einer Demenzvorhersage“ (gefördert von der Dt. Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz)
  • Datenbankbasierte Evaluation einer fachärztlich psychiatrischen aufsuchenden Senioren- und Pflegeheimversorgung (gemeinsame Projektleitung mit Dr. Sarah Trost)
  • Evaluation eines psychiatrischen Konsiliardienstes für dementielle Erkrankungen der umliegenden Krankenhäuser der Regelversorgung inkl. eines Fortbildungsangebots)

Kollaborationen

  • Priv.-Doz. Dr. Dr. Björn Schott, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. Alfred Simon, Klinisches Ethikkomitee der Universitätsmedizin Göttingen/Akademie für Ethik in der Medizin e.V.
  • Prof. Dr. Silke Schicktanz und Julia Perry M.A., Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen
  • PD Dr. Sarah Trost, Universitäre Altersmedizin Felix Platter, Basel

Drittmittel

  • Radenbach, Wiltfang, Schott: „Demenz-Konsiliardienst für Krankenhäuser der Regelversorgung – ein kombiniertes aufsuchendes und telemedizinisches Konzept“. Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (bis 31.12.2020)
  • Perry, Schicktanz (Projektleitung, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin UMG) in Kooperation mit Katrin Radenbach (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie UMG), Herten (IEGUS Institut Berlin/Bochum): „Gut beraten: Neue multimodale und standardisierte Beratungsmodelle für Menschen im Frühstadium einer Alzheimer-Erkrankung bzw. im Rahmen einer Demenzvorhersage“. Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (bis 30.04.2022)
  • Radenbach: „Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie – Selbstbestimmung von Menschen mit psychischen Erkrankungen stärken“. Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (bis 31.12.2022)

Kontakt

Leitung

Oberärztin

Dr. Katrin Radenbach

Dr. Katrin Radenbach

Kontaktinformationen

  • Publikationen (PubMed)
    Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
    Zusatzqualifikation Palliativmedizin (ÄKN)
    Zertifikate Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik (DGPPN, DGGPP)
    Ethikberaterin im Gesundheitswesen, K1 (AEM)
    Koordinatorin für Ethikberatung im Gesundheitswesen, K2 (AEM)

Mitarbeiter*innen

Assistenzarzt

Jan Tobias Knipper

Kontaktinformationen

Projektkoordination

Alexander Kratzenberg, M. Sc.

Kontaktinformationen

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns