Elektrokonvulsionstherapie

Forschungsgruppe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Elektrokonvulsionstherapie (EKT) bezeichnet die therapeutische Auslösung eines generalisierten zerebralen Anfalls unter kurzer Allgemeinanästhesie („Kurznarkose“) und Muskelrelaxation. Es handelt sich um ein bewährtes und hochwirksames Verfahren zur Behandlung schwerer depressiver und psychotischer Erkrankungen. Auch bei Krankheitsverläufen, die bisher nur unzureichend auf andere, z.B. medikamentöse Therapien angesprochen haben, kann die EKT erfolgreich zum Einsatz kommen.  Pro Jahr werden an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG aktuell über 2000 EKT-Behandlungen durchgeführt. Neben der klinischen Versorgung widmet sich unsere Forschungsgruppe auch wissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext der EKT.

Übergeordnete Ziele

Die AG Elektrokonvulsionstherapie widmet sich sowohl der klinischen Anwendung der EKT als auch der wissenschaftlichen Erforschung der Grundlagen und Wirkprinzipien dieser bereits 80 Jahre alten, jedoch stetig weiterentwickelten, und letztlich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit vielfach noch immer überlegenen, Therapieform. Im Sinne einer individualisierten, patientenzentrierten Medizin muss es das Ziel sein, jedem Patienten eine für ihn möglichst passende Therapieform mit individuell optimierten Nutzen-Risiko-Verhältnis anzubieten. Hier kann die Untersuchung von Wirkmechanismen und Wirksamkeits- (engl. response) Prädiktoren der EKT hilfreich sein. Neben etablierten klinischen Variablen sind hierbei insbesondere (epi-)genetische Marker von Interesse, etwa die kleinen, nicht-kodierenden RNA-Moleküle, deren Rolle als Regulatoren der Genexpression und dadurch vielfältiger biologischer Stoffwechselprozesse zunehmend auch als für psychische Erkrankungen bedeutsam erkannt und weiter erforscht wird.

Darüber hinaus steht die Versorgungssituation spezifischer Patientengruppen im Fokus unseres Interesses. Während es für affektive und psychotische Störungen des Erwachsenenalters in der Allgemeinpsychiatrie klare Leitlinienempfehlungen gibt und sich die Behandlungszahlen sehr positiv entwickeln, ist ein EKT-Angebot in den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Forensischen Psychiatrie weiter nur in Einzelfällen gegeben. Methodisch hochwertige klinische Studien zur Verbesserung der Evidenz in diesen Bereichen sind daher dringend erforderlich.

Kontakt

Leitung

Leitender Oberarzt

PD Dr. David Zilles-Wegner

PD Dr. David Zilles-Wegner

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Sekretariat

Mitarbeiter*innen

Psychologe

PD Dr. Michael Belz (Dipl.-Psych.)

Oberarzt

Dr. Matthias Besse

Dr. Matthias Besse

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  • Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Funktionsoberärztin

Dr. Isabel Methfessel

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