Station 4199, Sucht-Tagesklinik

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Die Station 4199 bietet ein Behandlungsangebot für Patient*innen mit Alkohol- und / oder Medikamentenabhängigkeit.

Unsere Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung zur Behandlung von Alkohol- und Medikamentenabhängigen (Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln) Patient*innen, üblicherweise im Anschluss an eine qualifizierte Entgiftungsmaßnahme. Eine Behandlung von cannabis- und stimulanzienabhängigen Patient*innen kann nach einer stationären Entgiftungsphase stattfinden. In einem gewissen Umfang können auch Patient*innen mit Spiel- und Mediensucht aufgenommen werden. Die Behandlung findet in der Regel werktags von 08:00 bis 15:30 Uhr statt.

Sie bekommen von uns professionelle Unterstützung, wenn Sie dauerhaft abstinent leben wollen und Ihre seelische Gesundheit wieder herstellen möchten. Wir unterstützen Sie darin, wieder gut für sich selbst zu sorgen und Selbständigkeit zu erlernen. Bei körperlichen, seelischen und sozialen Störungen erhalten Sie spezielle Hilfen, wie Sie diese beheben oder mindern können.

Behandlungskonzept

Ein Gruppenraum
Gruppenraum
Ein Ruheraum
Ruheraum

Das Behandlungskonzept ist ganzheitlich ausgerichtet: Sie sollen Ihre Krankheitssymptome selbst in den Griff bekommen. Wir sprechen mit Ihnen über Ihr Krankheitsverständnis und beziehen dabei Ihre persönlichen Lebensumstände mit ein.

Ziel der Behandlung ist es, Sie für eine möglichst dauerhafte Wiedereingliederung in Familie, Beruf und Gesellschaft zu stärken. Dazu gehört auch, dass wir Sie auf dem Weg bis zur „Rehabilitationsfähigkeit“ begleiten und z.B. helfen, neue Strukturen für Ihr Leben zu schaffen.
Unser Behandlungskonzept basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird in regelmäßigen Abständen auf seine Effektivität überprüft.

Wenn Sie am tagesklinischen Programm teilnehmen, sind Frühstück, Mittagessen und Getränke über den Tag für Sie frei. Die Erstattung von Fahrtkosten sollten Sie individuell mit Ihrem Kostenträger klären, dabei sind wir Ihnen gern behilflich. Im Übrigen ist kein gesondertes Antragsverfahren notwendig, um in der Tagesklinik behandelt werden zu können.

Behandlungsprogramm

Die einzelnen Therapiemaßnahmen finden überwiegend in Gruppen statt. Darüber hinaus gibt es psycho- und sozialtherapeutische Einzelgespräche sowie Unterstützung in sozialen Angelegenheiten.

Zu den Gruppentherapien gehören:

  • Psychoedukationsgruppe Sucht und Suchtentwicklung
  • Ressourcenorientierte Gruppentherapie mit sozio- und milieutherapeutischer Unterstützung
  • Gruppentraining sozialer Kompetenzen
  • Körperorientierte Wahrnehmung in der Tanz- und Bewegungstherapie
  • individualisierte Ergotherapie und Hirnleistungstraining
  • Aktivitätsgruppe zum Erlernen von alltagsstrukturierenden Maßnahmen

Unser Behandlungsangebot ist für Sie geeignet, wenn Sie:

  • bereit sind, regelmäßig in der Tagesklinik zu erscheinen und sich an therapeutische Absprachen halten können
  • motiviert sind, an Ihrer Sucht zu arbeiten
  • verstehen wollen, warum Sie Suchtmittel eingesetzt haben und alternative Verhaltensstrategien in rückfallgefährdeten Situationen finden wollen
  • erlernen möchten, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und Zufriedenheit in sozialen Situationen schaffen wollen
  • nach einer erfolgreichen Entgiftungsmassnahme aufgrund einer psychischen Begleiterkrankung noch nicht belastbar genug für den Alltag sind

Die Einnahme von alkoholaversiven Medikamenten, wie Antabus@, Colme® etc., sind keine Ausschlusskriterien.

Checkliste

Ist Alkohol ein Problem?

  1. Denken Sie häufig an Alkohol?
  2. Trinken Sie heimlich?
  3. Trinken Sie die ersten Gläser hastig?
  4. Leiden Sie an Gedächtnislücken nach starkem Trinken?
  5. Vermeiden Sie in Gesprächen Anspielungen auf Alkohol?
  6. Haben Sie nach den ersten Gläsern ein unwiderstehliches Verlangen, weiterzutrinken?
  7. Gebrauchen Sie Ausreden für Ihr Trinken?
  8. Neigen Sie zu innerer Zerknirschung und dauerndem Schuldgefühl wegen des Trinkens?
  9. Versuchen Sie periodenweise völlig abstinent zu leben?
  10. Haben Sie ein Trinksystem versucht (z. B. nicht vor bestimmten Zeiten zu trinken)?
  11. Haben Sie häufiger den Arbeitsplatz gewechselt?
  12. Richten Sie Ihre Arbeit und Ihren Lebensstil auf den Alkohol ein?
  13. Haben Sie einen Interessensverlust an anderen Dingen als an Alkohol bemerkt?
  14. Zeigen Sie auffallendes Selbstmitleid? Haben sich Änderungen im Familienleben ergeben?
  15. Neigen Sie dazu, sich einen Vorrat an Alkohol zu sichern?
  16. Vernachlässigen Sie Ihre Ernährung?
  17. Wurden Sie wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus aufgenommen?
  18. Trinken Sie regelmäßig am Morgen?
  19. Haben Sie mitunter tagelang hintereinander getrunken?
  20. Beobachten Sie morgendliches Zittern?


Wenn Sie fünf der oben genannten Fragen mit „JA“ beantworten mussten, so besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Alkohol für Sie zu einem Problem geworden ist. Sie sollten sich um professionelle Hilfe, gern in unserem Hause, bemühen.

Team

Wir sind ein interdisziplinäres Team mit Pflegepersonal, Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen sowie Ergo- und Bewegungstherapeut*innen. Alle Mitarbeiter*innen im Team haben tiefgehende Erfahrungen in der Betreuung von suchterkrankten Patient*innen. Die Leitung des Teams hat Herr Professor Dr. D. Wedekind. Unser Team steht in einem ständigen Austausch bezüglich der Entwicklungsschritte unserer Patient*innen.

Oberarzt

Prof. Dr. Dirk Wedekind, M.Sc.

Prof. Dr. Dirk Wedekind, M.Sc.

Kontaktinformationen

Sekretariat

  • Publikationen (PubMed)

    Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

    European Master of Affective Neuroscience (MSc) von der Universität Maastricht/NL

    Zusatzqualifikation Suchtmedizinische Grundversorgung (ÄKN)

Stationsleitung 4090, 4199 und 4190

Ilsemarie Wiesner

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