Ambulanz für Traumafolgestörungen (Trauma-Ambulanz)

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Traumatische Erlebnisse wie schwere Unfälle, Naturkatastrophen oder (sexuelle) Gewalt können jeden treffen und psychische Beschwerden auslösen. Dauern diese Beschwerden nur einige Tage an, spricht man von einer akuten Belastungsreaktion, dauern diese länger an oder treten sie erst oder erneut nach einer Latenzzeit auf, kann eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vorliegen. Nachhallerinnerungen (Flashbacks, Intrusionen), also das nicht-steuerbare, Angst-auslösende Wiedererleben der schlimmsten Momente der traumatischen Erlebnisse in Form von Bildern, Gerüchen oder Gefühlen sind charakteristisch für die PTBS. Außerdem leiden PTBS-Patient*innen unter Angst vor Trauma-assoziierten Erinnerungsreizen und vermeiden diese daher, was zum vollständigen Rückzug aus dem sozialen Umfeld und Arbeitsleben führen kann. In der Regel treten zusätzlich eine starke Nervosität sowie das Gefühl der Gefühllosigkeit auf. Bei Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend traumatisiert worden sind können zusätzlich ausgeprägte dauerhafte Stimmungsschwankungen und Bindungsstörungen, also Probleme in der Gestaltung sozialer Beziehungen, die meist verbunden sind mit einem instabilen Selbstbild und dem Gefühl einer verkürzten Zukunft, auftreten – dieses Syndrom wird komplexe PTBS genannt. Wenn die Nachhallerinnungen sehr ausgeprägt sind, können sie mit längerdauernden Phasen von Bewusstseinsverschiebungen (die Betroffenen wirken in der Außenbetrachtung und vom inneren Erleben her verändert („entrückt“)) einhergehen und das Ausmaß einer eigenständigen Erkrankung, nämlich einer dissoziativen Störung (bspw. Dissoziative Anfälle), annehmen.

Für wen ist das Behandlungsangebot geeignet?

Unser Behandlungsangebot richtet sich an volljährige Menschen, die an Traumafolgestörungen, insbesondere an einer PTBS, einer komplexen PTBS und/oder einer dissoziativen Störung leiden.

Was wird angeboten?

Nach einer ausführlichen differentialdiagnostischen Einordnungbieten wir beim Vorliegen einer der oben genannten Erkrankungen eine ambulante integrative (d.h. primär verhaltenstherapeutische, aber mit tiefenpsychologischen und schematherapeutischen Elementen ergänzte) mehrstufige Traumapsychotherapie mit Expositionsmodul an, bei Bedarf auch eine ergänzende medikamentöse Behandlung. In einigen Fällen führen wir das Expositionsmodul der Traumapsychotherapie auch im stationären Setting durch.

Patient*innen mit Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu regulieren (Stimmungsschwankungen, Impulskontrollstörung usw.) können, auch wenn sie keine Traumafolgestörung haben, nach Anmeldung und einem Erstgespräch an unserer offenen Dialektisch-Behavioralen Gruppenpsychotherapie (DBT-Gruppe) teilnehmen.

Trauma-Forschung

Neben der Therapie unserer Patient*innen widmen wir uns auch der Erforschung der biologischen, spezielle der molekularen, Grundlagen der PTBS, mit dem Ziel, die derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu optimieren und außerdem Biomarker zu entwickeln, die die Diagnostik und der Auswahl der Therapieverfahren verbessern könnten.

Kontakt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. Ulrike Schmidt

Kontaktinformationen

    • Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
    • Zertifizierte Traumapsychotherapeutin (DeGPT)

    Externe Zuordnung

    • Stellvertretende Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn
Psychologin

Dr. Mirjana Ruhleder (Dipl.-Psych.)

Dr. Mirjana Ruhleder (Dipl.-Psych.)

Kontaktinformationen

    • Psychologische Psychotherapeutin, VT
    • Supervisorin (IFT)
    • Zertifizierte Traumapsychotherapeutin (DeGPT)
Psychologin

Marit Treptow (M. Sc. Psych.)

Kontaktinformationen

Wie kann man sich anmelden?

  • Telefon: 0151 27097814
  • Sprechzeiten: mittwochs (außer feiertags) von 15.15–16.00 Uhr


Die Telefonsprechstunde ist von Kolleg*innen unserer Trauma-Ambulanz besetzt. Patient*innen können sich selbst anmelden und natürlich auch vom ärztlichen und psychologisch-psychotherapeutischen Kolleg*innen zugewiesen werden.

Sollten Sie medizinische Dokumente wie bspw. Briefe von Vorbehandlungen haben, wäre es hilfreich, wenn Sie diese zum Erstgespräch mitbringen könnten.

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